Gebietsbeschreibung

Franzigmark

Die Franzigmark als ehemaliges Naturschutzgebiet mit einer Fläche von 300 ha, gehört zum Naturpark "Unteres Saaletal".
Ein Großteil dieser Fläche diente bis zum Jahr 2005 der Bundeswehr als Truppenübungsplatz.
Teile sind gleichzeitig Landschaftsschutzgebiete bzw. Flächennaturdenkmal.
Das Gebiet liegt zwischen dem Trompeterfelsen gegenüber Lettin (nördlich davon) und dem Kirschberg bei Brachwitz (südlich davon) und umfasst die Landschaftsteile Franzigmark, Saaleberge und Eulenberg (höchste Erhebung mit 106,3m).
Das im Durchbruchstal der Saale gelegene Gebiet beinhaltet geologisch, bodenkundlich und hydrologisch interessante Bereiche.

geologische Bereiche

Die Franzigmark ist durch wechselhafte geologische Prozesse in langen Zeiträumen geprägt.
Den Untergrund bilden Festgesteine aus Halleschen Porphyr und zwischengelagerten Sedimenten. Porphyre sind aus glutflüssigen Gesteinschmelzen vor ca. 280 Mio Jahren entstanden, die "Zwischensedimente" bestehen aus unterschiedlich körnigen Sandsteinen und Schiefertonen, lokal können auch Konglomerate auftreten.

hydrogeologische- und hydrologische Bereiche

In größeren Teilen der Franzigmark sind schluffige, d. h. wasserstauende und -speichernde Bodentypen verbreitet. Auf ihnen fließt das Oberflächenwasser der beiden Bäche zu, welche die Hauptentwässerungslinie zur Saale darstellen. Die in die Senken in denen das Wasser abfließt, sind sehr stark wasserführend. Ein Einbringen von Niederschlagswässern in die Klüfte und Spalten der Unterlagernden Festgesteine wird außerdem durch den Gesteinszersatz und im Bereich der Porphyre, die Kaolinischen Verwitterungszonen stark eingeschränkt. Eine Wasserfüllung von Klüften und Spalten in den Festgesteinen ist erst im Niveau der, gegenüber dem ehemaligen Truppenübungsplatz stark eingetieften, Saale zu erwarten.
Demnach ist der Anteil von Niederschlagswässern, die durch Versickerung abgeführt werden, in den außerdem nur gering bewaldeten Flächen sehr gering. Die überwiegende Menge muss durch Verdunstung und oberflächigen Abfluss in den Geländesenken und Bächen ausgetragen werden. Dadurch sind die Senkenbereiche als langzeitig wasserführend charakterisiert. Lediglich in den Gebieten, in denen die Porphyre an der Oberfläche oder in nur geringer Tiefe anstehen (Geländeerhebungen), ist durch oberflächigen Abfluss und Versickerung bei geringmächtiger Zersatzzone rasche Abtrocknung möglich. Entsprechend haben sich hier spezielle, von der Umgebung abweichende, Ökosysteme entwickelt.